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  Home » (BW) Stipendien für Stromzähler, Baumwurzeln und Klötzchen Donnerstag, 23. Februar 2012   
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(BW) Stipendien für Stromzähler, Baumwurzeln und Klötzchen
Dienstag, 29. November 2011

Die Stipendiaten bei der Verleihung, Bild: MFGBereits seit 2004 vergibt die MFG Stiftung Baden-Württemberg das Karl-Steinbuch-Stipendium an talentierte Studierende aus Baden-Württemberg. Damit erhalten sie die Möglichkeit, neben ihrem Studium interdisziplinäre Projekte zu verwirklichen, die die beiden Querschnittsbereiche IT und Medien mit anderen Fachrichtungen verbinden. Die Gesamtfördersumme der aktuellen Ausschreibungsrunde von rund 125.000 Euro stammt aus Mitteln der Zukunftsoffensive des Landes Baden-Württemberg. Die aktuell Stipendiaten beschäftigen sich unter anderem mit Stromzählern, Baumwurzeln und geometrischen Klötzchen. Drei ausgewählte Stipendienprojekte aus Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart zeigen im Folgenden die vielfältigen Ansätze und den interdisziplinären Charakter des Karl-Steinbuch-Stipendiums.

Wirkung intelligenter Stromzähler auf das Verbrauchsverhalten

Führt die Sichtbarmachung des eigenen Stromkonsums zu bewussterem Umgang mit Energie? Und welche Art von Echtzeit-Feedback wirkt sich tatsächlich auf den Stromverbrauch aus? Mit derartigen Fragestellungen beschäftigen sich Timm Teubner und Anders Dalén vom Karlsruher Institut für Technologie in ihrem Projekt www.sowatt.com. In einem Feldexperiment zum Stromverbrauchsverhalten privater Haushalte statten die beiden Doktoranden 80 freiwillige Teilnehmer in Karlsruhe mit Messgeräten aus. Als intelligenter Stromzähler dient eine Spule, die um das Kabel der Stromzuleitung geklemmt wird. Einen minuten- und gerätegenauen Einblick in seinen Stromverbrauch und den anderer Stromverbrauchenden erhält der Nutzer anschließend auf einer Internetplattform.

Wenn die Baumwurzel Feedback zum Wasserhaushalt gibt

Wie fruchtbar der Einsatz von IT in der Waldwirtschaft sein kann, beweisen Mirko Mälicke und Simon Franchini von der Universität Freiburg. Mit ihrem Projekt „Modellierung der Wasserumverteilung im Wurzelraum von Agroforstsystemen“ wollen sie Land- und Forstwirte in ihren Bewirtschaftungsmaßnahmen unterstützen. Hierfür entwickeln die beiden Studenten ein Messsystem, das intuitiv zu bedienen ist und keine fachlichen Vorkenntnisse voraussetzt. Ziel des Stipendienprojekts ist, die Reaktion von Ökosystemen auf möglicherweise in Zukunft häufiger auftretenden Dürren besser zu verstehen und daraus Maßnahmen abzuleiten, wie der Mensch die Folgen minimieren kann.

Mit geometrischen Klötzchen den Computer steuern

Im Rahmen seines Karl-Steinbuch-Stipendiums entwickelt Raphael Lang, Student an der Akademie der Künste in Stuttgart, „Retina Touch“. Diese neuartige Benutzerschnittstelle ermöglicht es Usern durch das Aufstellen, Verschieben oder Drehen von farbigen Objekten unterschiedliche Aktionen in einer Software auszulösen. Anstelle von Symbolen auf einem Touchscreen oder der Eingabe mit der Maus kann man direkt mit den Objekten interagieren. Die geometrischen Klötzchen werden durch ihre Farbe oder Farbspektrum in ihrer Position und ihrem Winkel erfasst. Anstelle von bisher verwendeten Kameras erfolgt bei Raphael Langs Projekt die technische Umsetzung mit Farbsensoren. Dies ermöglicht einen sehr flachen Aufbau  und macht damit den Einbau in mobile Geräte zum Greifen nah.

Die Stipendiaten und Projekte im Überblick

  • Esther Rebecca Alzate Romero: Dark Labyrinth (Hochschule für Musik Karlsruhe)
  • Behnam Banitalebi: Design und Evaluation eines tragbaren Kontakt-Thermographie-System für pervasive Healthcare (Karlsruher Institut für Technologie)
  • Christopher Hempel: Echtzeiteinbindung des Kamerabildes innerhalb einer DCC Anwendung am Drehort (Filmakademie Baden-Württemberg)
  • Matthias Hillert und  Pascal Laube: ImageIndex Radiology (Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung)
  • Andreas Krings: Entwicklung und Integration eines Partographen in ein bestehendes "clinical decision support system" (CDSS) zur Schwangerenversorgung im ländlichen Afrika (Universität Heidelberg)
  • Raphael Lang: Retina Touch (Akademie der Künste Stuttgart
  • Mirko Mälicke und  Simon Franchini: Modellierung der Wasserumverteilung im Wurzelraum von Agroforstsystemen (Universität Freiburg)
  • Franziska Remmele und  Felix Bucella: AR Tools (Filmakademie Baden-Württemberg)
  • Florian Schmid: Transduktive Lernverfahren zur Analyse molekularmedizinischer Daten (Universität Ulm)
  • Johannes Schobel: Prospektive Eingriffe in Geschäftsprozesse durch Business Process Intelligence (proBPI) (Universität Ulm)
  • Jendrik Seipp: Abstraction Refinement für klassische Planungsprobleme (Universität Freiburg)
  • Timm Teubner und  Anders Dalén: www.sowatt.com (Karlsruher Institut für Technologie)
  • Markus Tralls, Christian Mohr, Hatto Knittel und Steffen Hinderer: idetic - das digitale Gedächtnis (Hochschule Furtwangen University)
  • Anna Weißhaar: Implementierung eines iterativen Lösungsverfahren für das elastisch-mechanische Gleichgewicht zur Simulation magnetischer Formgedächtnislegierungen (Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft)

So kommen Sie weiter:

www.karl-steinbuch-stipendium.de

www.mlr.baden-wuerttemberg.de

www.innovation.mfg.de/stiftung

Zu Karl Steinbuch: 

Prof. Karl Steinbuch, 1917 in Stuttgart geboren, war ein Informatiker der ersten Stunde. Er studierte Physik an der Technischen Hochschule Stuttgart, an der er 1944 auch promovierte. 1958 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Karlsruhe berufen. Dort baute er das Institut für Nachrichtenverarbeitung auf, das er bis zu seiner Pension leitete. Der Begriff „Informatik“ wurde von Karl Steinbuch geprägt und geht auf seine erste Publikation im Jahr 1957 zurück. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 meldete er rund 80 Patente an. Das Karl-Steinbuch-Stipendium wird von der MFG Stiftung Baden-Württemberg vergeben. Es fördert kreative und innovative Projekte mit IT- und Medienbezug aus allen Fachrichtungen, die Studierende an baden-württembergischen Hochschulen neben ihrem Studium ausführen. Die Stipendienprojekte müssen entweder ein Forschungsziel haben oder einen künstlerischen Wert aufweisen. Seit Start des Förderprogramms im Jahr 2004 wurden 210 Talente mit rund 1,15 Millionen Euro unterstützt.

Zur MFG Stiftung Baden-Württemberg:

Die MFG Stiftung Baden-Württemberg wurde 2003 ins Leben gerufen. Ziel der Stiftung ist Aus- und Weiterbildung sowie Förderung von Kunst, Kreativität und Kultur. Schwerpunkte sind Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medien, IT und Film im Rahmen eigener Projekte. Die MFG Stiftung Baden-Württemberg fördert innovative Projekte und Forschungsaktivitäten durch Studien, Stipendienprogramme sowie Wettbewerbe. Darüber hinaus bietet sie neue Fort- und Weiterbildungsangebote an und vernetzt Akteure im Bildungs- und Forschungsbereich.

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