.jpg) Eine gute Sache, sollte man meinen: Das Bundesland Hessen fördert Unternehmen, die Hauptschulabgänger ausbilden, mit Geld. Im ersten Ausbildungsjahr werden 50 Prozent, im zweiten noch 25 Prozent der Ausbildungskosten ersetzt. Das Ziel solcher Förderprogramme ist es, zusätzliche Ausbildungsplätze für diese Jugendlichen zu schaffen. Wir fragten in unserer Märzumfrage nach, wie sinnvoll das die Fördermittel-Szene findet. Die Antworten von 147 Teilnehmern zeigen: Hauptschüler und Jugendliche allgemein sollen bei der Ausbildung unterstützt werden, aber nicht unbedingt nur mit Geld für die Unternehmen.
Etwa 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Staat generell die Ausbildung in Unternehmen fördern solle. „Viele Firmen könnten ausbilden oder würden mehr ausbilden, wenn eine finanzielle Unterstützung vorhanden ist“ meint ein Teilnehmer, und ein anderer: „Gerade mittlere und kleinere Unternehmen brauchen diese Unterstützung. Bei allem Willen: Eine Ausbildung kostet viel Zeit und Geld!“ Mehr als 14 Prozent der Teilnehmer wünschen sich sogar, dass staatliche Unternehmen bevorzugt Hauptschüler einstellen sollen.“
Für einige ist die Ausbildungsförderung auch eine einfache Rechnung: „Wie der Staat fördert, spart er später Transferleistungen.“ Ein Geben und Nehmen zwischen Staat und Unternehmen sieht ein anderer Teilnehmer: „Durch die Förderung sinkt das Risiko der Unternehmen, mit dem Jugendlichen ein Geldgrab zu erwerben. Wenn der spätere Facharbeiter dann gut ist und im Betrieb verbleibt, fließt die Förderung in Form von Steuern an den Staat zurück.“
Vielen ist eine Ausbildungsförderung nicht genug, sondern halten gesetzliche Regelungen für notwendig. „Unternehmen, die nicht ausbilden, sollen eine Abgabe bezahlen.“ Ein anderer Teilnehmer fragt: "Warum den Ausbildungszuschuss für den Betrieb nicht von einer Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung abhängig machen?“
Etwa 25 Prozent stehen der Ausbildungsförderung kritisch gegenüber und glauben, dass Ausbildung Sache der Unternehmen ist und Fördermaßnahmen lediglich Mitnahmeeffekte erzeugen. „Aufgrund der veränderten demografischen Entwicklung stehen genug Ausbildungsplätze zur Verfügung. Insofern ist eine Förderung obsolet geworden beziehungsweise sollte sich nur auf schwer vermittelbare Bewerber konzentrieren“ meinte zum Beispiel ein Teilnehmer. Andere argumentieren damit, dass eine finanzielle Förderung der Unternehmen der falsche Weg wäre. Dazu gehören Aussagen wie „Projekte wie praktische Jahre für Hauptschüler finde ich sinnvoller als eine allgemeine finanzielle Förderung“ und „Neben der Ausbildung sind auch individuelle Förderungen und vernetzte Begleitprogramme denkbar.“ Nur eine sehr kleine Minderheit ist gegen jede Förderung von Hauptschülern: 2,7 Prozent glauben, dass Hauptschüler keine besondere Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche benötigen.“
Dass mehr für die Hauptschulen getan wird, möchte eine klare Mehrheit von 56 Prozent. „Der Staat sollte Anreize geben, die schlechte Bildung von Hauptschülern zu verbessern.“ Auch solle das Image der Hauptschüler verbessert werden, fordern einige. Andere setzen noch vor der Hauptschule an: „Eine Förderung sollte früh genug einsetzen, damit es weniger Hauptschüler gibt.“
Umfragezeitraum: 1. bis 30. März 2011. Teilnehmer: 147.
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